Hej!
Wir sind wieder zurück aus dem hohen (kalten) Norden. Kurz zusammengefasst: Es war einfach super!
Jetzt die längere Variante:
Am Dienstag sind wir hier in Uppsala in den Zug eingestiegen und 16 Stunden später in Kiruna wieder ausgestiegen. Geschlafen haben wir kaum bis gar nicht (trotz Betten), wohl aus Vorfreude oder aber nur Gefallen an dem vielen Schnee draußen. Viel Schnee war auch tatsächlich da, durch den wir uns dann den Weg zu unserer JuHe gesucht haben. Wie ich schon erwähnt hatte, hatten wir wegen eines Wasserschadens einen Raum weniger, dafür aber 8 Matrazen in einem Konferenzraum, also kein Problem. Nachdem wir unsere Rucksäcke abgestellt hatten, ging es direkt los zum Eishotel! Dort gab es neben der Eisbar auch eine kleine Eiskirche und ca. 30 Suiten, die alle von jeweils zwei Künstlern gestaltet wurden. In der Eiskirche finden pro Saison ungefähr 150 Trauungen statt und die Leute aus Jukkasjärvi lassen dort auch ihre Kinder taufen, allerdings mit Wasser aus Thermoskannen…. (nebenbei: draußen waren es ca. -15°C, drinnen gemütliche -5°, also ab zum aufwärmen nach drinnen)
Am besten hier einfach mal ein paar Fotos:




Am nächsten Tag erwartete uns die Fahrt mit den Hundeschlitten. Wir wurden gegen 9Uhr morgens von Henrik (”The black Santa”) abgeholt und mitten ins nirgendwo zu einem Baucontainer gefahren. Es stellte sich heraus, dass wir 26 Leute waren, 15 Hunde, 3 Schlitten auf die je 3 Personen passten, und nur ein black Santa. Dafür gab es aber noch 2 Motorschlitten mit Anhänger. Wir wurden mit warmen Hosen und “warmen” Schuhen ausgestattet, und warteten, dass es endlich losging. Um halb 1 ging es dann tatsächlich los, wir waren bis dahin schon gut durchfroren, obwohl wir Glück hatten, dass es schneite, denn dadurch war es wärmer (Orginalzitat: “You are lucky. If it snows, it´s warmer!”). Es war ca. -30°C…. Kein weiterer Kommentar. Und wenn irgendjemand denkt, die Norddeutschen wären schweigsam - die Schweden nördlich des Polarkreises (sprich unser black Santa) toppen das mühelos. Während des Einkleidens,Schlitten anspannens, Sachen packens etc. vermied er es, uns frierenden irgendwas mitzuteilen…Also machten wir eben Fotos:


Aber wie gesagt, irgendwann ging es los. Ich bin direkt mal Schneemobil gefahren! Juchhu! Großer Spaß!

Die Hunde haben auch toll mitgemacht, und wir haben auf der Fahrt sogar einen Elch gesehen. Nach ca. einer Stunde kamen wir an einem Fluss an, der mit einem Schlauchboot (welches festgefroren war) überquert wurde. Äußerst hinderlich dabei war das zugefrorene Ufer, aber rohe Gewalt hilft hier auch.


Dann waren endlich im Camp, was wirklich spitze war. Wir wurden mit einem BBQ in vor Eiszapfen strotzdenden BBQ-Hütte empfangen, endlich aufwärmen bei minus 9 Grad! Aber es war lecker und lustig.


Wir bezogen unsere lappish hut, machten dort das stimmungsvolle Kaminfeuer an, wofür die Jungs ordentlich Holz kleinhackten. Das unsere Kleidung anschließend doch sehr nach Rauch (Lappenhütte) stinken würden, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

Holz brauchten wir ebenfalls für unsere Sauna, in die wir nach unserem Essen - es gab sehr leckeres Rentier - gingen um wenigstens einmal am Tag warm zu werden. So eine Holzofensauna mit anschließender Schneedusche ist schon ein toller Erlebnis. Ein besonderes Erlebnis war auch, als wir feststellten, dass das Wasser, das für Aufguss, bzw. Dusche, in der Sauna in Milchkannen bereit stand, dick zugefroren war - bei immerhin ca. 70°C Raumtemperatur. Interessant!
Auch die morgendliche Körperpflege fand unter eher ungewohnten Umständen statt:

Was haben wir sonst noch im Camp gemacht? Wir konnten wunderschön durch den Wald und am Fluss spazieren gehen, Skilanglauf machen, rodeln und dabei Fotos machen:


Zurück ging es wie auf dem Hinweg mit Hundeschlitten und Schneemobilen, nur diesmal im Dunkeln und mit weiteren 6 Personen. Als wir wieder am Container waren gab es sogar noch ein Nordlicht zu sehen!
Womit wir schon am Samstag angekommen sind. Ein wunderschöner klarer Morgen:

An diesem Tag stand unsere Höhlentour auf dem Programm. Dafür sind wir nochmal 1,5 Stunden gen Norden gefahren, nach Björkliden. Eine wunderschöne Zugstrecke. Um zur Höhle zu kommen mussten wir erstmal 2km bergauf. Und zwar richtig:

Oben angekommen gab es für alle schöne schwarze Overalls und Helme:

Der Eingang zur Höhle sah folgendermaßen aus:

In der Höhle kraxelten wir mit unserem Führer ein bisschen herum. Alles in allem sehr eng und dunkel. Hat einer von euch schonmal sprichwörtlich die Hand vor Augen nicht mehr gesehen? Trotzdem auch hiervon ein Foto:

Den Berg runter zurück ging es übrigens mit Rutschäpfeln die Skipiste runter. Ein großer Spaß! Praktischerweise war unsere nächste JuHe direkt in der Nähe in dieser wunderschönen Gegend. Genauergesagt in Abisko. Dort waren wir völlig allein und mussten auch erstmal die Schlüssel zu unseren Zimmern suchen. (The keys are in the black box in a red bag). Abisko ist wirklich eine faszinierende Gegend, völlig überrascht wurden wir von dem Canyon direkt neben unserer JuHe:


Anschließend dachten, wir könnten eine “kleine” Runde auf dem Kungsleden drehen, die mit 5km angegeben war. Leider haben wir den Abzweig nicht gefunden und wurden durch Tiefschnee am Weitergehen gehindert. Aber nunja. Ein bisschen Sport tut gut. Belohnt haben wir uns wie so oft mit warmem Kakao mit nem Schuss Bailey´s. Am nächsten Tag hatten wir auch mal wieder klare Sicht, so dass wir auch den riesigen Bewrg direkt neben unserem Haus gesehen haben. Nicht schlecht. Weiterhin haben wir uns noch den großen See unten am Haus angeguckt, und ein paar Fotos vom See und “half-pipe-mountain” gemacht:



Nachmittags (mittlerweile sind wir bei Montag) ging es weiter gen Norden - nach Narvik in Norwegen. Die Zugfahrt ging durch Berge und an einem Fjord entlang - einfach nur unglaublich schön. Ich persönlich dachte, Narvik wäre eine hässliche Industriestadt, ist sie im Prinzip auch, wenn sie nicht so schön gelegen wäre. An einem Berg direkt an einem Fjord, und mit viel Schnee. Allerdings schon deutlich wärmer, vielleicht so -5°C. Am Dienstag sind wir in aller Herrgottsfrühe um halb 6 aufgestanden um um 7 den Bus zum Tysfjord zu nehmen. Dort kamen wir um 9Uhr an, im Nichts und es war stockdunkel. Da bauten wir erstmal zwei Schneemänner:

Als es dann heller wurde (Zitat der Frau aus der Touri-Info: “it gets lighter every day” - man bemerke das Funkeln in ihren Augen) nahmen wir eine Fähre über den Fjord (ca. 25min), wo sich folgende Szenerie vor uns aufbaute:


Natürlich nahmen wir die Fähre auch wieder zurück und machten die Busfahrt zurück an schönen Fjorden zurück nach Narvik fast komplett im Hellen. Ab da hieß es dann nur noch rein in den Zug und 20 Stunden ab in den Süden. Und da sind wir. Unterwegs wurden wir unglaublicherweise von dieser schrecklich hellen Sonne geblendet, die wir seit mehr als einer Woche nicht mehr gesehen hatten.
Als Schlusswort: Es war meistens nicht so kalt wie erwartet (Schneeklamotten halten halt warm) und nicht so dunkel wie erwartet, dafür aber umso schöner!
Vi ses!
Antje
PS: Einfach noch ein paar Fotos, die zu schön sind um sie zu verheimlichen:
